Bild: Sabine Sykora, Vetmeduni Vienna
Von Pferden, Viren und Krebs
Wiener ForscherInnen vermuten, dass Papillomviren bei Pferden Krebs an den Geschlechtsorganen verursachen.

Gebärmutterhalskrebs ist bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung, sie wird meist durch HPV (Humane Papillomviren) ausgelöst. Auch an der Scheide, dem männlichen Glied und dem Darmausgang können die Viren Krebsgeschwüre verursachen. Eine Impfung kann uns jedoch vor HPV schützen.

Auch Pferde leiden häufig an bösartigen Geschwüren an den Geschlechtsteilen, vor allem wenn sie älter werden. Dass vermutlich auch hier Papillomviren schuld sind, fanden ForscherInnen aus Wien und Newmarket, England, heraus.

Vor drei Jahren entdeckte der englische Wissenschaftler Tim Scase in Gewebeproben aus Krebsgeschwüren eine unbekannte Papillomviren-Art und nannte sie Equines Papillomvirus (Equus ist das lateinische Wort für Pferd). Sabine Brandt und ihre Kollegen an der Pferdeklinik der veterinärmedizinischen Universität Wien fanden Erbmaterial des Virus in sämtlichen Krebsgeschwüren, die sie untersuchten (sogenannte Plattenepithelskarzinome an den Fortpflanzungsorganen), ebenso Tim Scase's Team bei britischen Rössern. Bei fünfundneunzig von hundert Proben aus anderen Geschwüren war das Virus jedoch nicht am Tatort. Kein Beweis, aber ein schwerwiegendes Indiz, dass Equine Papillomviren Krebs auslösen können. Falls sie die Viren durch weiteren Studien eindeutig überführen, „kann mit der Entwicklung eines eigenen Impfstoffs gegen Genitalkrebs bei Pferden begonnen werden.“ sagt Sabine Brandt.

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