Bild: Lip Kee Yap; cc/by-sa
Untreue Gene
Wie bei Menschen ist bei Zebrafinken die Einehe die gängigste Form der Partnerschaft. Und wie bei Menschen stammt bei Zebrafinken ein nicht unerheblicher Anteil der Nachkommenschaft aus außerehelichen Beziehungen, gemeinhin Affären genannt. Für die Männchen beider Arten liegt ein gewisser Vorteil auf der Hand: Sie können ihre Gene so weiter verbreiten. Die andere Seite riskiert vermutlich mehr, als sie gewinnen kann. Außerehelich aktive Zebrafinkendamen bekommen nicht mehr Junge, riskieren aber, dass sich der Partner nicht mehr um den Nachwuchs kümmert. Warum sie dennoch Seitensprünge suchen, schieben ForscherInnen aus Deutschland nun auf Gene. Gene, die vor allem den Männchen nutzen.

Die ForscherInnen beobachteten die Seitensprünge von über 1500 Finken aus fünf Generationen. Mittels Vaterschaftstest bestimmten sie die wahre Herkunft der jungen Finken. Sie entdeckten, dass weibliche Finken, die außerehelich gezeugt waren, eher auf Lockangebote von Verehrern eingingen, als von offiziellen Vätern stammende Finkendamen. Seitenspringende Finkendamen wiederum vermachen diese Gesinnung an ihre Kinder.

Die WissenschaftlerInnen halten dafür eine einzige Erklärung für plausibel: Es gäbe wohl Gene, die sowohl Männchen als auch Weibchen offener für freie Liebe machen. Evolutionsbiologisch nütze das den Männchen und koste es den Weibchen.

Dass sich außerehelich aktive Finkendamen und -Herren nun ausschließlich auf ihre Gene ausreden dürfen, verneinen die ForscherInnen. Der Zusammenhang sei zwar evolutionsbiologisch relevant, könne aber nicht alles erklären.

Quellen: PNAS, ScienceNow