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Schmerzgen gefunden
ForscherInnen aus Wien und dem Rest der Welt entdeckten ein Gen, das Menschen, Mäuse und Fliegen Schmerzen empfinden läßt.

Täte es nicht schrecklich weh, wenn wir unsere Hand auf die heiße Herdplatte legen, ließen wir sie vielleicht dort ruhen, die Haut würde röten, Blasen bilden und irgendwann die ganze Hand verkohlen. Schmerzen warnen uns vor gefährlichen Umwelteinflüssen und tun kund, wenn mit unserem Körper etwas nicht stimmt. Sie können uns aber auch das Leben vermiesen, weltweit leidet etwa jeder fünfte Erwachsene darunter.

Ein 42-köpfiges ForscherInnenteam um Josef Penninger (IMBA Wien) und Clifford Woolf aus Boston machte sich auf die Suche nach Genen, die für das Schmerzempfinden zuständig sind. Sie schalteten erst einmal in Fliegen eines ums andere aus, und sahen zu, ob die Tiere immer noch von heißen Oberflächen flüchteten. So entdeckten sie, dass Fliegen ohne Alpha2Delta3 die heiße Platte kalt ließ.

Auch Mäuse ohne das besagte Gen waren weniger schmerzempfindlich. Die ForscherInnen untersuchten die Reizleitung in den Mäusehirnen mit Magnetresonanz-Aufnahmen und kamen dahinter, dass der Schmerz ungehindert ins Zwischenhirn geleitet wurde, von dort aber nicht an die zuständigen Zentren in der Gehirnrinde.

Schließlich durften freiwillige Versuchspersonen für die Forschung Schmerz empfinden. TrägerInnen bestimmter Alpha2Delta3-Varianten reagierten viel abgebrühter auf kurze Hitzepulse, für die WissenschaftlerInnen ein Zeichen, dass das Gen auch bei Menschen das Schmerzempfinden beeinflusst. Sie fanden außerdem, dass PatientInnen mit diesen Genvarianten auch nach Bandscheibenoperationen seltener über Rückenschmerzen klagen.

Quellen:
Cell
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