Besser eine schlechte Kopie als gutes Futter
Harmlose Fliegen kleiden sich wie Wespen in gelb-schwarze Streifen, Spinnen sehen Ameisen zum Verwechseln ähnlich und strecken ihr vorderstes Beinpaar wie Fühler in die Höhe: Manche Tiere tarnen sich als gefährlichere, um Fressfeinden zu entgehen. Doch während die einen ihrem Vorbild tatsächlich zum Verwechseln ähnlich sehen, entlarvt man andere schon bei nicht allzu genauem Hinsehen als Fälschung.
Warum es auch schlechte Kopien gibt und die Tiere nach Jahrmillionen langer Anpassung nicht perfekt ihren Vorbildern gleichen, erklärte man sich mit verschiedenen Theorien: etwa, dass die Räuber verwirrt würden, wenn die mögliche Beute gleichzeitig köstlich und gefährlich aussieht. Tiere könnten auch versuchen, mehrere Vorbilder auf einmal zu imitieren, sie sehen am Ende allen ein bisschen ähnlich, aber keinem gleich.
Solche Erklärungen waren dem Spinnenforscher Sano Pekár aus Brünn zu einseitig. Vielleicht hat es ja für eine Spinne nicht nur Vorteile wie eine Ameise auszusehen: Nicht alle Tiere fürchten sich vor Ameisen, manche haben sie sogar zum Fressen gerne.
Gemeinsam mit ForscherInnen aus Australien und Hamburg untersuchte er, wie es drei Spinnenarten, die unterschiedlich gut als Ameisen getarnt sind, ergeht, wenn sie entweder einem Spinnenfresser oder einem Ameisenfresser gegenüberstehen.
Krabbeln sie einem Ameisenfresser über den Weg, wird eine überzeugende Verkleidung zum Verhängnis: Die Spinnenart Micaria sociabilis sieht Ameisen so ähnlich, dass sie bloß fifty-fifty Chancen hatte, nicht im Magen des Räubers zu landen. Zwei andere Spinnenarten haben die Kostümierung nicht so weit getrieben, sie entkamen in neun von zehn Versuchen.
Vor den Spinnenfressern hingegen schützte auch eine schlechte Tarnung, zumindest bei vier von fünf Begegnungen.
In der Natur, so die ForscherInnen, haben die besseren Kopien einen Vorteil, wo es nur Spinnenfresser gibt. Lebt man als Ameisenspinne, wo es sowohl Spinnen- wie Ameisenfresser gibt, ist ein schlechtes Kostüm ein guter Kompromiss, um ungefressen davonzukommen.
Quellen: ScienceNOW, The American Naturalist
Warum es auch schlechte Kopien gibt und die Tiere nach Jahrmillionen langer Anpassung nicht perfekt ihren Vorbildern gleichen, erklärte man sich mit verschiedenen Theorien: etwa, dass die Räuber verwirrt würden, wenn die mögliche Beute gleichzeitig köstlich und gefährlich aussieht. Tiere könnten auch versuchen, mehrere Vorbilder auf einmal zu imitieren, sie sehen am Ende allen ein bisschen ähnlich, aber keinem gleich.
Solche Erklärungen waren dem Spinnenforscher Sano Pekár aus Brünn zu einseitig. Vielleicht hat es ja für eine Spinne nicht nur Vorteile wie eine Ameise auszusehen: Nicht alle Tiere fürchten sich vor Ameisen, manche haben sie sogar zum Fressen gerne.
Gemeinsam mit ForscherInnen aus Australien und Hamburg untersuchte er, wie es drei Spinnenarten, die unterschiedlich gut als Ameisen getarnt sind, ergeht, wenn sie entweder einem Spinnenfresser oder einem Ameisenfresser gegenüberstehen.
Krabbeln sie einem Ameisenfresser über den Weg, wird eine überzeugende Verkleidung zum Verhängnis: Die Spinnenart Micaria sociabilis sieht Ameisen so ähnlich, dass sie bloß fifty-fifty Chancen hatte, nicht im Magen des Räubers zu landen. Zwei andere Spinnenarten haben die Kostümierung nicht so weit getrieben, sie entkamen in neun von zehn Versuchen.
Vor den Spinnenfressern hingegen schützte auch eine schlechte Tarnung, zumindest bei vier von fünf Begegnungen.
In der Natur, so die ForscherInnen, haben die besseren Kopien einen Vorteil, wo es nur Spinnenfresser gibt. Lebt man als Ameisenspinne, wo es sowohl Spinnen- wie Ameisenfresser gibt, ist ein schlechtes Kostüm ein guter Kompromiss, um ungefressen davonzukommen.
Quellen: ScienceNOW, The American Naturalist
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Letzte Änderung
2011-07-28 13:46AutorIn: js

