Bild: Mono Lake - Octagon; cc/by
Leben 2.0
„Die Definition von Leben ist gerade erweitert worden“, sagt Ed Weiler von der amerikanischen Weltraumbehörde (NASA) zu dem Fund seiner KollegInnen. Sie haben nämlich eine Bakterie entdeckt, die Arsen verzehrt, ein Gift, das so manchen König und Papst vorzeitig aus Amt und Leben entlassen hat und für alle bislang bekannten Lebewesen hoch giftig ist. Unser Stoffwechsel kann es nämlich nicht vom lebenswichtigen Phosphor unterscheiden, er nimmt es auf und geht daran zugrunde.

AstrobiologInnen, also WissenschaftlerInnen, die Leben auf fremden Planeten suchen, begannen vor der eigenen Haustüre, im Mono Lake, einem alkalischen Salzsee mit Vulkan- und Magmainseln, bizarren Kalktuff-Türmchen und arsenhaltigem Schlamm. Sie züchteten Mikroben aus dem Schlamm und gaben mehr und mehr Arsen statt Phosphor in das Nährmedium. Eine Bakterienart namens GFAJ-1 überlebte die Behandlung, sie kann Arsen einfach statt Phosphor für ihre Eiweißbausteine, Fette und das Erbgut verwenden.

Sechs Baustoffe beschrieben die WissenschaftlerInnen bis jetzt, aus denen alles Leben bestünde: Phosphor, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Schwefel. Nach diesen Stoffen suchen sie auch, wenn sie auf fremden Planeten Spuren von Leben entdecken wollen. Sie werden nun vermutlich über andere Möglichkeiten grübeln.

Quellen:
APA
Science