Hundegenetik
Groß wie eine Dogge, klein wie ein Pekinese, Dackel-Stummelbeine oder lange Stelzen wie ein Windhund; das Fell kurz oder lang, glatt oder gekräuselt, eine spitze Schnauze oder Boxernase, gutmütiger Spielgenosse im Kindergarten oder streitsüchtiger Kampfhund – Hunde gibt es in so vielen Variationen wie sonst keine Tierart. ForscherInnen untersuchen ihr Erbgut, sie wollen wissen, was dahinter steckt. Sind Hunde genetisch etwas Besonderes?
Tatsächlich gibt es im Erbgut von Hunden viele Bereiche, die Veränderungen nicht gerade abträglich sind. Kurze, sich wiederholende DNA-Stücke etwa, die Fehler beim Kopieren fördern, oder bereits abgeschriebene Boten-RNAs, die sich – wieder in DNA übersetzt – aufs Neue im Erbgut einfügen.
Den größten Einfluss dürften aber die Bemühungen der ZüchterInnen haben. Sie wählen nach künstlichen Kriterien, pflegen die Vielfalt und lassen keine Variante wieder verloren gehen. So haben sie in den vergangenen 200 Jahren 300 sehr unterschiedliche Hunderassen zustande gebracht.
In der Natur hätten Hunde mit Stummelbeinen oder haarlose Exemplare große Nachteile und würden nicht lange bestehen. ZüchterInnen hingegen bevorzugen die extremen Ausprägungen. Das führt so weit, dass das Gehirn eines King Charles Spaniel nicht mehr so recht in den kleinen Kopf passt, und neun von zehn Boston-Terrier wegen ihres zu großen Schädels per Kaiserschnitt aus dem Mutterleib geholt werden müssen.
Bei den meisten anderen Haustieren ist nicht Vielfalt gefragt, sondern wenige gewinnbringende Merkmale. Schweine haben Fleisch bereitzustellen, Rinder Fleisch und Milch, Schafe zusätzlich Wolle. Pferde sind zum Reiten da, hier wünscht man gerade mal verschiedene Größen, um auch Kindern den passenden Untersatz zu bieten. Am ehesten kann man die Züchtung von Hauskatzen mit der von Hunden vergleichen, denn sie müssen keinen ökonomischen Zweck erfüllen, sondern vor allem nett aussehen und streichelweich sein. Doch sie sind nicht so vielseitig und folgsam wie Hunde, die man etwa zum Jagen, Suchen, Aufpassen, Herden bewachen, Kinder knuddeln und Personen beißen trainieren kann.
Die Vererbung der Merkmale ist bei Hunden gar nicht so kompliziert. So haben vierzehn kleinwüchsige Hunde wie Pekinesen dieselbe Veränderung in einem Wachstumsfaktor, zwei andere Mutationen im selben Wachstumsfaktor machen Hunde groß. Für all die Fellvarianten wie Länge, Locken oder nicht, glatt oder rau, Schnauzbart und Ähnliches sind drei Gene verantwortlich. Die Farbe hängt vor allem von einem einzigen Stoffwechselweg ab.
Des Menschen treuester Begleiter ist also genetisch vermutlich nicht außergewöhnlich, aber er erfüllt alle Voraussetzungen, dass man Außergewöhnliches mit ihm anstellen kann.
Quellen:
PLoS
Nature
Tatsächlich gibt es im Erbgut von Hunden viele Bereiche, die Veränderungen nicht gerade abträglich sind. Kurze, sich wiederholende DNA-Stücke etwa, die Fehler beim Kopieren fördern, oder bereits abgeschriebene Boten-RNAs, die sich – wieder in DNA übersetzt – aufs Neue im Erbgut einfügen.
Den größten Einfluss dürften aber die Bemühungen der ZüchterInnen haben. Sie wählen nach künstlichen Kriterien, pflegen die Vielfalt und lassen keine Variante wieder verloren gehen. So haben sie in den vergangenen 200 Jahren 300 sehr unterschiedliche Hunderassen zustande gebracht.
In der Natur hätten Hunde mit Stummelbeinen oder haarlose Exemplare große Nachteile und würden nicht lange bestehen. ZüchterInnen hingegen bevorzugen die extremen Ausprägungen. Das führt so weit, dass das Gehirn eines King Charles Spaniel nicht mehr so recht in den kleinen Kopf passt, und neun von zehn Boston-Terrier wegen ihres zu großen Schädels per Kaiserschnitt aus dem Mutterleib geholt werden müssen.
Bei den meisten anderen Haustieren ist nicht Vielfalt gefragt, sondern wenige gewinnbringende Merkmale. Schweine haben Fleisch bereitzustellen, Rinder Fleisch und Milch, Schafe zusätzlich Wolle. Pferde sind zum Reiten da, hier wünscht man gerade mal verschiedene Größen, um auch Kindern den passenden Untersatz zu bieten. Am ehesten kann man die Züchtung von Hauskatzen mit der von Hunden vergleichen, denn sie müssen keinen ökonomischen Zweck erfüllen, sondern vor allem nett aussehen und streichelweich sein. Doch sie sind nicht so vielseitig und folgsam wie Hunde, die man etwa zum Jagen, Suchen, Aufpassen, Herden bewachen, Kinder knuddeln und Personen beißen trainieren kann.
Die Vererbung der Merkmale ist bei Hunden gar nicht so kompliziert. So haben vierzehn kleinwüchsige Hunde wie Pekinesen dieselbe Veränderung in einem Wachstumsfaktor, zwei andere Mutationen im selben Wachstumsfaktor machen Hunde groß. Für all die Fellvarianten wie Länge, Locken oder nicht, glatt oder rau, Schnauzbart und Ähnliches sind drei Gene verantwortlich. Die Farbe hängt vor allem von einem einzigen Stoffwechselweg ab.
Des Menschen treuester Begleiter ist also genetisch vermutlich nicht außergewöhnlich, aber er erfüllt alle Voraussetzungen, dass man Außergewöhnliches mit ihm anstellen kann.
Quellen:
PLoS
Nature
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dialog <> gentechnik
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Letzte Änderung
2011-07-28 13:31AutorIn: js

