Bild: Hans Hillewaert; cc/by-sa
Blumentiere haben kein Rückgrat, aber unterschiedliche Charaktere
Seeanemonen sind nicht viel mehr als Magen und mit Nesseln bewehrte Tentakeln. Die Tiere haben weder ein Blutsystem noch ein Skelett, und ihre Nervenzellen bilden ein unregelmäßiges Netz. Im Mundfeld, an den Tentakeln und am Fußstiel rotten sich zwar mehrere zusammen, aber kaum ein Forscher würde die paar Nervenzellen als Hirn bezeichnen. Dennoch hat jede Anemone ihre eigene Persönlichkeit, fanden MeeresbiologInnen heraus.

Mark Briffa und Julia Greenaway von der Universität Plymouth (Großbritannien), bespritzten Pferdeaktinien, das sind Seeanemonen aus der Klasse der Blumentiere, mit Wasserstrahlen. Enerviert zogen die Anemonen ihre Tentakel ein. Erst nach drei bis zwanzig Minuten erholten sie sich von dem Schreckreflex und reckten ihre Tentakel in die Strömung. Wie lange sie auf Tauchstation blieben, war von Pferdeaktinie zu Pferdeaktinie verschieden, aber nicht, zum wievielten Mal ein Tier bestrahlt wurde.

Die Individuen reagieren unterschiedlich auf dieselbe Situation, das nennt man eine eigene Persönlichkeit, so die ForscherInnen.


Quellen: Science News, PloSone